Kleiner Style-Guide oder Was ziehe ich zum Kundentermin an?

von , zuletzt aktualisiert am 30. Dezember 2020

Was ziehe ich zum Kundentermin an? ist eine der Fragen, die man sich als Business-Inhaber selten stellt.

Denn schließlich geht es in erster Linie darum, neue Klienten in einem ersten Meeting von unseren Fähigkeiten zu überzeugen, oder?

Ja. Und Nein.

Denn die richtige Wahl bei der Kleidung kann das Tüpfelchen auf dem i sein, wenn es darum geht, bei einer Präsentation zu glänzen oder Mitbewerber aus dem Rennen zu schlagen.

Aber kaum jemand wird Ihnen mit der Begründung absagen, dass Ihr Oberteil unpassend war.

Bei der Wahl des Outfit zum Termin mit neuen Kunden geht es um zwei Aspekte

Zum einen um die Frage, ob Sie und Ihr potentieller Kunde zueinander passen.

Es geht um die „Chemie“.

Und dafür kann Kleidung ein wichtiger Hinweis sein.

Taucht ein Aspirant auf die Position des kaufmännischen Geschäftsführers in einem konservativen Unternehmen in einem Hawaiihemd auf, ist das kein guter Start.

Denn instinktiv wird angenommen, dass hier jemand kein gutes Fingerspitzengefühl für eine Situation hat.

Hawaiihemden als Freizeitbekleidung – kein Problem.

Bei einem offiziellen Termin? Bad idea …

Bedeutet das, dass immer höchst offiziell und ultra-business-like des Kleider-Rätsels Lösung ist?

Es kommt darauf an…

Auf drei Aspekte, die wir uns einen nach dem anderen anschauen.

Danach fällt Ihnen der Griff in den Kleiderschrank leicht und Sie wissen instinktiv, welche Kleidung Sie zum Ersttermin mit Kunden wählen.

Klingt gut?

Auf zur Modenschau:

#1 – Es kommt auf die Branche der Kunden an

Als Daumenregel für Kundentermine hat sich für uns bewährt, nicht extrem viel besser gekleidet zu sein, als der Kunde selbst.

Ein wenig besser ja, aber nicht zu viel.

Wenn Sie Handwerker als Kunden haben, kann ein Brioni Anzug mit handgefertigten Schuhen aus Ungarn dazu führen, dass Kunden sich unwohl fühlen.

Wollen Sie das nicht riskieren, können Sie einen normalen Anzug (Hosenanzug, Kostüm) anziehen, aber die Krawatte (Pumps oder Rüschenbluse) im Auto lassen.

Ich hatte als Personalberaterin viele Aufträge aus der Werbebranche.

Und folglich auch ein paar Kandidaten, die wie Sunny Crocket aus Miami Vice aussahen.

Das war vollkommen in Ordnung, weil der Dresscode in dieser Branche ganz anders ist als sagen wir im Bankenbereich.

Zumindest damals.

Sie wollen zwar keine Stelle bei Ihrem Kunden ergattern, doch es geht um das Prinzip der Ähnlichkeit.

Wir mögen Menschen, die uns ähnlich sind. Das gilt auch für die Kleidung.

Natürlich müssen Sie sich nicht wie Queen Mum kleiden, wenn Ihre Kundin das tut, aber eben auch nicht wie Lady Gaga.

#2 – Es kommt auf die Umstände an

Bei einem Live-Training sind Kunden meistens froh, wenn sie Business casual tragen können.

Also nicht der übliche Anzug oder das Kostüm.

Wir vereinbaren das bei unseren Akquise-Trainings vorher, das heißt es kommt ein entsprechender Hinweis in den Schriftverkehr.

Das bedeutete jedoch nicht, dass man seine Gartenkleidung herausholen sollte.

Ich würde keine Blue-Jeans tragen, auch wenn der Kunde das tut.

Eine andersfarbige Jeans oder eine lässige Stoffhose, dazu eine Jacke, die nicht zu sehr nach Jacket aussieht, aber dennoch nach Outfit.

Für Männer könnte das so aussehen …

 

Quelle: Luxe Digital

Quelle: Luxe Digital

 

Wobei dieser Look in die Rubrik „Business Professional Style“ gehört. Also die sehr formal-professionelle Variante.

Mehr zu den 5 Typen – Casual Style, Smart Casual Style, Business Casual Style, Cocktail Attire Style und der genannte Business Professional Style – in diesem Artikel von Luxe Digital. 

Inklusive Anregungen für die Umsetzung.

Für Frauen sind die Möglichkeiten nicht weniger üppig.

Wollen Sie zum Kundentermin gut gekleidet sein, muss es nicht immer nur das konservative „kleine Schwarze“ sein.

Natürlich hängt es unbedingt davon ab, welcher Typ Sie sind und wie alt. Hier einige Anregungen von Blogger-Bazaar auf Pinterest. 

 

Quelle: Bloggerbazaar, Pinterest

Quelle: Bloggerbazaar, Pinterest

 

Als Daumenregel empfiehlt sich: Je offizieller der Termin, desto offizieller die Kleidung.

Gedeckte Farben – es muss jedoch nicht mausgrau sein, aber auch kein schrilles Neongrün.

Die Super-Fashionista würde ich nur im Urlaub geben.

Und ich würde angezogen gehen.

Kein tiefer Ausschnitt, der Unterwäsche blitzen lässt, kein ultra-kurzer Rock, der mir weit über den Oberschenkel reicht, wenn ich mich setze.

Ich will die Aufmerksamkeit eines Kunden gewinnen und auf mein Angebot lenken – nicht auf mein Dekollté. Klar, wer es mag, der kann so zum ersten Meeting mit einem Kunden gehen.

Doch die Frage ist – ähnlich wie mit dem Hawaiihemd – ob wir damit den Eindruck vermitteln, den wir vermitteln wollen.

Für offizielle Anlässe ist ein Hosenanzug gut geeignet, der durchaus Farbe haben darf. Grau und Schwarz sind schon sehr trist. Es sei denn, man peppt sie mit farbigen Accessoires auf.

Ähnliches gilt für Schmuck und Make-up. Dezent, zum Anlass passend.

Gerade bei Frauen wird bei einem viel beim Styling leicht auf ein wenig bei der Professionalität geschlossen. Was natürlich nicht stimmen muss.

Das war jedoch meine Erfahrung als Personalberaterin und Recruiting Manager.

Wenn man sich dennoch für den dramatischen Auftritt entscheidet ist das Geschmackssache.

Und meine persönliche Erfahrung bei klassischer Kleidung: Ich habe sehr viel seltener das Problem eines vollen Kleiderschranks, aber nichts zum Anziehen.

#3 – Es kommt auf die Persönlichkeit an

Den meisten Männern sieht man an, wenn sie nur selten einen Anzug tragen. Sie bewegen sich unsicher, so als ob sie ihren Kommunionsanzug tragen würden.

Das Problem ist: Wenn jemand nie Business-Kleidung trägt, kann beim Kunden der Eindruck entstehen verkleidet zu sein. Und man wirkt weniger überzeugend.

Deshalb sollte man sich zwar gut kleiden, aber immer auch so, dass man sich selbst wohl fühlt.

Entscheidend ist jedoch noch etwas, was nichts mit der Kleidung zu tun hat:

Die Körperhaltung.

Wer gerade steht und Körperspannung hält, ist automatisch überzeugender.

Das vermittelt Selbstbewusstsein, Sicherheit und überzeugt Kunden mehr, als das neueste oder hippste Outfit.

Zusammenfassung

Sie sehen – die Antwort auf die Frage: Was ziehe ich zum Kundentermin an? hängt von mehreren Faktoren ab.

Kleidung ist nicht unwichtig.

Denn Kunden schließen von Ihrer Kleidung auf andere Aspekte, beispielsweise auf Ihre Professionalität oder auf Ihr Gefühl für eine Situation.

Doch Sie müssen keineswegs ein Spiegelbild der Kunden sein, die Sie gewinnen wollen. Sie können – und sollten – Individualität zeigen.

Denn letztlich ist der Wert, den Kunden von Ihnen bekommen, das, wonach diese Menschen suchen. Und keine Stilberatung …

 

Was könnten Sie jetzt tun? Lesen Sie …

Andrea Lekies

Hallo, ich bin Andrea und habe Passion & Profit 2012 ins Leben gerufen. Ich bin der Nerd, der lieber über Verkaufen & Businessaufbau schreibt, als shoppen zu gehen. Aber die meiste Zeit treffen Sie mich in unserer Unternehmer-Community Powerhouse... Folgen Sie uns auf Pinterest