Perfektionismus überwinden: 4 Tipps, wenn Sie denken, es ist nicht gut genug

von , veröffentlicht am 12. September 2022

Wenn Sie mehr Kunden gewinnen wollen, gibt es vier Möglichkeiten: Die Direktansprache, Partner, kostenpflichtige Werbung – oder die Steigerung Ihrer Sichtbarkeit.

Und falls die Möglichkeiten eins, zwei und drei nicht für Sie passen, ist mehr Sichtbarkeit eine gute Alternative.

Denn es bedeutet, dass mehr potenzielle Kunden auf Sie aufmerksam werden.

Indem Sie diesen ersten Kontakt pflegen, steigern Sie die Chance, dass aus Interessenten Kunden werden.

Wie werden Sie sichtbarer für Ihre Kunden?

Über (wertvollen) Content, also Artikel, Videos, Vorträge etc.

Der Grund ist einfach: Menschen suchen in Suchmaschinen wie Google oder YouTube nach Lösungen für ihre Probleme und Herausforderungen. Adressieren Sie diese Probleme und zeigen Lösungen auf, rücken sie auf den Radar potenzieller Kunden.

Denn wenn jemand unsere Herausforderungen besser in Worte fassen kann, als wir das können, ist das gut. Wir vermuten automatisch, dass jemand uns dann auch helfen kann.

Doch es gibt ein Problem …

Sie müssen erst Ihren Perfektionismus überwinden.

Sie können es auch Imposter-Syndrom nennen. Und ich verstehe Sie, denn ich kann ein Lied davon singen. Warum sollte ich qualifiziert dafür sein, Newsletter über Kundengewinnung zu schreiben? Ich habe keine entsprechende Ausbildung.

Was qualifiziert mich, Videos über Produktivität zu erstellen? Ich bin sicher kein Experte dafür.

Warum bin ich qualifiziert, Artikel über Verkauf & Marketing zu schreiben? Es gibt weit erfolgreichere Business-Inhaber da draußen … warum sollte irgendjemand lesen, was ich zu sagen habe?

Falls Sie unter derartigen Gedanken leiden, finden Sie die folgenden Zeilen womöglich hilfreich.

Es sind einige der Dinge an die Mike & ich uns erinnern, wenn wir zu viel Zeit an unseren Hang zu Perfektionismus vergeuden.

Tipp #1: Starten Sie, bevor Sie sich bereit fühlen.

Und es gibt einen einfachen Grund dafür: 90% Ihrer Leser, Zuschauer oder Zuhörer sind komplette Anfänger in der Sache, über die Sie ihnen etwas sagen wollen.

Selbst wenn Sie erfahrene Kunden ansprechen wollen.

Und das Problem mit einem Experten, der einem Anfänger etwas zeigen will, ist sehr einfach:

Er ist wo weit weg von den Anfangsschwierigkeiten einer Sache und so deutlich auf einem anderen Level, dass es fast unmöglich sein wird, seinen Ausführungen zu folgen.

Und Sie haben das wahrscheinlich selbst erlebt. Stichwort Schule.

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Das Phänomen von dem wir hier sprechen nennt sich „Fluch des Wissens“ oder auch Curse of Knowledge. Im Kern handelt es davon, dass die meisten Menschen große Schwierigkeiten damit haben, sich in die Situation von jemandem zu versetzen, der nicht weiß, was sie wissen.

Obwohl er irgendwann einmal selbst in dieser Situation war.

Wir können nicht „nicht-wissen“, was wir wissen.

Das ist der Grund, weshalb Experten zu Anfängern sprechen, als ob es Kollegen wären. Oder viele Eltern ihre Kinder behandeln, als wären es kleine Erwachsene.

Es kann also ein großer Vorteil sein, früh zu starten, weil uns die Menschen besser verstehen.

Tipp #2: Sie müssen kein Experte sein.

Im Gegenteil.

Wenn wir uns als jemanden sehen, der etwas mehr Erfahrung hat, aber immer noch Schüler ist, können sich Leser mit uns identifizieren. Manchmal umso mehr, je weniger perfekt wir sind.

Denn das ist sympathisch.

Oder, um es mit den Worten von C.S. Lewis selbst zu sagen (deutsche Übersetzung):

Es geschieht oft, dass zwei Schuljungen Schwierigkeiten bei ihren Hausaufgaben besser miteinander lösen können, als es der Lehrer kann. […] Der Mitschüler kann besser helfen, weil er weniger weiß. Das Problem, das er erklären soll, ist das, dem er sich gerade erst gegenübersah.

Für den Lehrer ist es so lange her, dass er es vergessen hat. Er betrachtet die ganze Sache mittlerweile in einem komplett anderen Licht, so dass er nicht versteht, wo für den Schüler das Verständnisproblem liegt. Er sieht ein Dutzend anderer Punkte, die ihm Schwierigkeiten bereiten sollten, es aber nicht tun.

Was bedeutet – Sie tun Menschen einen Gefallen, wenn Sie Dinge erklären, wie sie ein Anfänger erklären würde. Denn dadurch lernt man oft mehr.

Wie wenig kann ich wissen, um starten zu können?

Das hängt davon ab, was Sie tun und wer Ihre Kunden sind. Mehr dazu im Tipp #5.

Sind es technik-verrückte Millennials, ist das eine sehr spezielle Zielgruppe und die Wünsche an einen Kanal, der sich mit spezieller Technik beschäftigt sind entsprechen.

Beispiel: Mrwhosetheboss.

(Seine Videos sind großes Kino, mittlerweile. Sein allererstes Video ist ganz anders. Und nach eigenen Angaben benötigte er drei Jahre, bis er sein Gesicht vor der Kamera zeigte.)

 

 

Anders ist es in anderen Bereichen.

Unten der Kanal einer 83-jährigen Frau. Sie gibt Tipps für Frauen in ihrem Alter, überwiegend zu Gesundheit, Ernährung, Mindset etc.

Beispiel: Live over 60 with Sandra Hart.

Sie hat 310.000 Subscriber.

Ihre Zielgruppe hat andere Vorstellungen (und Anforderungen) im Hinblick auf die Aufbereitung eines Videos als Arun im Beispiel oben. Damit will ich nicht sagen, dass die Videos schlecht sind, im Gegenteil.

Damit will ich sagen, dass jeder da startet, wo er sich gerade befindet und von dort aus losläuft.

 

Tipp #3: Haben Sie Ihre Zielgruppe im Blick. 

Sandra stellt sich vor die Kamera, regelmäßig. Und sie wusste vorher nicht, ob jemanden interessiert, was sie zu sagen hat. Ähnlich wie es bei Arun von Mrwhosetheboss der Fall war.

Wenn wir etwas haben, von dem wir denken, dass es wichtig ist, dass es uns bei etwas geholfen hat, dann ist es eine gute Sache, es anderen mitzuteilen.

Sie können ein Video darüber machen, wie Sie etwas starten. Ein Video, dass Ihre Reise von A nach B zeigt.

Aber die Zielgruppe zu berücksichtigen bei den (eigenen) Vorstellungen davon, wann es „good enough“ ist, ist eine gute Idee. Denn letztlich sind es diese Menschen, für die wir etwas kreieren.

Und wenn wir dabeibleiben, werden wir automatisch besser.

Tipp #4: Sie dürfen Ihre Meinung ändern.

Es gab eine Zeit, da lautete eine Empfehlung sich Experte oder Expertin für xyz zu nennen. Und ich fand es amüsant, denn – was bedeutet das? Was sagt das einem potenziellen Kunden?

Und bedeutet das, ich muss nichts mehr lernen?

Ganz sicher nicht.

Doch egal ob Experte oder nicht, wir alle müssen mit einer Tatsache leben: Es ist wahrscheinlich, dass wir in 10 Jahren in vielen Bereichen nicht mehr dasselbe denken. Auch nicht über die Dinge, die wir einmal gedacht oder veröffentlicht haben.

Denken Sie an die Frisuren, die Sie als Teenager trugen.

Doch es ist normal, dass wir im Laufe der Zeit unsere Meinung ändern. Manche Menschen tun das sogar radikal.

Sehen wir uns als Experten für etwas, ist es problematischer eine Meinungsänderung zu begründen. Doch als Menschen, die lernen und sich als Inspiration verstehen, ist das kein Problem.

Es macht Sie flexibler und hilft Ihnen womöglich leichter dabei, Ihren Hang zu Perfektionismus zu überwinden.

Dinge ändern sich, wir lernen dazu.

Zusammenfassung

Auch wenn es unmöglich scheint: Sie können Perfektionismus überwinden. Natürlich sind diese vier Tipps keine magische Lösung, die über Nacht alles ändert. Aber zuweilen reicht es, wenn wir ein wenig umdenken, damit die Dinge zumindest leichter werden.

Das Gefühl, das etwas noch etwas besser werden könnte, wird womöglich niemals ganz verschwinden. Aber es muss Sie nicht daran hindern, Ihre kreative Arbeit zu machen und den Weg zu genießen.

 

 

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Andrea Lekies

Hallo, ich bin Andrea und habe Passion & Profit 2012 ins Leben gerufen. Ich bin der Nerd, der lieber über Verkaufen & Businessaufbau schreibt, als shoppen zu gehen. Aber die meiste Zeit treffen Sie mich in unserer Unternehmer-Community Powerhouse... Folgen Sie uns auf Pinterest