Rückschläge als Unternehmer: Wenn es so aussieht als ob gar nichts geht

von , veröffentlicht am 07. Dezember 2018

Heide Liebmann hatte die wunderbare Idee zu der Blogparade Oldies but Goldies. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass ein älterer Blog viele „Schätze“ birgt, die vielleicht etwas angestaubt – aber keinesfalls antiquiert sind. 

Viele Artikel verdienen es, erneut angeschaut zu werden. Wir holen sie sozusagen aus der „Spielekiste“ von ganz unten wieder her … sehr gerne bin ich ihrer Einladung gefolgt und beteilige mich mit diesem Artikel an Adventstürchen Nummer 7. 

Diese Geschichte ist womöglich nicht das, was Sie zu den Themen Businessaufbau & Verkauf erwarten.

Nicht dass sie unseriös ist.

Nur anders.

Es geschah nach einem Webinar, indem wir zeigten, wie eine Webseite sein muss, die Kunden gewinnt.

Wir bekamen danach viele begeisterte E-Mails.

Doch nicht nur.

Es war auch eine etwas andere E-Mail dabei. Sie sagte sinngemäß:

Ist ja alles ganz toll. Und eigentlich nicht schwer. Aber ich habe keine Ahnung, wie ich das jetzt machen soll und außerdem ist es viel zu viel, habe gerade erst angefangen und ich weiß jetzt nicht, weil ich noch so viel anderes…

Es war nicht so schwer zu verstehen: Hier war jemand ratlos. Überfordert. Und gestresst

Es klang nach: Gar nichts geht. Ich griff zum Hörer, um den Kunden anzurufen.

Niemand da.

Ich schrieb eine E-Mail und fragte: Wie kann ich helfen?

Keine Antwort.

Und als ich darauf wartete, dass sich jemand meldete, erinnerte mich daran, wie es war, als Mike & Ich angefangen haben.

Ich hatte keine Ahnung, was ich zuerst tun sollte

Ich hatte keine Ahnung, wo ich mit der Akquise von Kunden starten sollte.

Wenn ich andere Webseiten besuchte, fand ich alles schlecht – was wir machten. Manchmal schrieb ich einen kompletten Tag an einem Artikel. Um ihn in den Mülleimer zu werfen.

Es schien damals vollkommen aussichtslos, echten Erfolg zu haben.

Ganz ehrlich?

Manchmal fühlt es sich heute noch so an.

Eine Aktion schlägt nicht so ein, wie erwartet. Die Zahlen sind nicht so, wie geplant, und der angepeilte Quantensprung ist mehr ein kleiner Hüpfer. Ein amerikanisches Sprichwort lautet:

„With the next level comes the next devil“

Und es bedeutet: Egal, ob wir fünf-, sechs- oder siebenstellig verdienen – die Zweifel, die uns als Unternehmer plagen, sind immer gleich.

Das erste Training, das ich für mich kaufte, kostete damals knapp 400 DM. Und ich hatte schlaflose Nächte. Viel Geld, viel Investition, viel Zeit – wird das klappen? Zahlt sich das aus?

Die letzte Investition, die Mike und ich getätigt haben, betrug 12.000 Euro. Und ich hatte wieder schlaflose Nächte. Viel Geld, viel Investition, viel Zeit – wird das klappen? Zahlt sich das aus?

Nächstes Level. Selbe Sorgen.

Wir denken, dass es um die Frage geht, ob wir gut genug sind für unser Business. Doch darum geht es nicht. Es geht darum, sich der Tatsache zu stellen, dass wir niemals fertig und jederzeit Scheitern könnten.

Dass wir niemals angelangt sind.

Wir werden immer etwas finden, was noch zu tun ist. Und immer auf jemanden stoßen, der es scheinbar oder tatsächlich besser macht. Dennoch müssen wir lernen, bedingungslos an uns zu glauben.

Wir müssen lernen, Rückschläge als Unternehmer zu akzeptieren

Wir denken, wir haben verstanden, wie ES geht. Und dann wieder denken wir: Es ist alles ganz anders. Ich habe nichts begriffen. Ich habe nichts geschafft.

Mike hat heute morgen beim Frühstück eine Geschichte von Jupp Heinkes erzählt.

Nachdem seine Mannschaft das Champions League Finale gewonnen hat, wurde er interviewt.

Während des Interviews wurde er auf eine Reihe von Mißerfolgen vom vergangenen Jahr angesprochen. Die haushohe Niederlage gegen Borussia Dortmund, das verlorene Endspiel gegen Chelsea, mit gnadenlosem Elfmeter-Schießen und der Robben-Patzer…

Er wurde gefragt: Wie kommt es jetzt zu diesem Erfolg?

Und Jupp Heinkes, Alter 68, sagte sinngemäß: Wir haben einiges geändert, ich habe meine Arbeit nochmal umgestellt und aus unseren Fehlern gelernt. Wir haben analysiert, woran es liegt und wir haben eine neue Strategie entwickelt.

Mit 68 Jahren.

Darum geht es.

Dass wir hinschauen, überprüfen, verändern. Und aus Fehlern lernen. Immer wieder. Dass wir anfangen, uns die richtigen Ziele in unserem Business zu setzen – und das sind keine realistischen …

Wir sind niemals auf der sicheren Seite.

Dafür gibt es nur eine Lösung: Wir müssen lernen, mit dieser Unsicherheit zu leben. Ich habe gelernt, mit meiner Unvollkommenheit zu leben.

„Einer meckert immer“, pflegte meine Oma zu sagen.

Oma, es ist immer mehr als nur einer, der meckert…

Ich habe gelernt, dass andere nur an einer anderen Stelle sind als ich. Wenn ich weitergehe, komme ich zu dieser Stelle. Ich habe gelernt, dass es hilft, mich zu fragen:

Wie komme ich dorthin? Und was habe ich schon geschafft?

Das vergessen wir häufig.

Wir machen Pläne und haben Ziele. Und dann feiern wir nicht, dass wir die Ziellinie der kleinen Erfolge längst überschritten haben. Wir feiern unsere Erfolge zu wenig.

Kleine und ganz kleine.

Wir müssen unsere Schritte feiern. Jeden verdammten kleinen Schritt nach vorne.

Normalerweise würde ich sagen: Gehen Sie planvoll vor und schaffen Sie ein Stück nach dem anderen aus dem Weg. Doch das ist ein Ratschlag, der nur in einem Vakuum funktioniert.

Nicht im wirklichen Leben.

Da ist es einfach mal SCH … limm. Und es darf auch so sein. Morgen können Sie wieder die Ärmel hochkrempeln.

Und wenn es ganz schlimm kommt – senden Sie mir eine E-Mail.

Vielleicht finde ich nicht die richtigen Worte.

Aber gehen Sie davon aus, dass ich hier sitze und Ihre E-Mail lese.

Aufmerksam.

Noch in Lese-Laune? Das hatten wir gehofft … hier geht es weiter: Wie Sie die persönliche Freiheit als Unternehmer wirklich erlangen. 

Andrea Lekies

Hallo, ich bin Andrea und habe Passion & Profit 2012 ins Leben gerufen. Ich bin der Nerd, der lieber über Verkaufen & Businessaufbau schreibt, als shoppen zu gehen. Aber die meiste Zeit treffen Sie mich in unserer Unternehmer-Community Powerhouse...Folgen Sie uns auf Pinterest

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