Umsetzung als Solo-Unternehmer: Die zwei Typen und was es Ihnen bringt, zu wissen welcher Sie sind

von , zuletzt aktualisiert am 02. August 2020

Mike und ich sprachen kürzlich darüber, eine Alpenüberque­rung mit dem Mountainbike zu unternehmen.

Ich dachte als erstes an die Kondition, die ich dafür benötige.

Ich würde im Internet nach einer geeigneten Route und einem passenden Trainingsplan suchen.

Mike würde sich nach dem perfekten Equipment umschauen und bei Amazon Bücher bestellen.

Und dann wür­den wir über das Pro und Contra philosophieren, überlegen, was die beste Jahreszeit ist, wann möglichst wenige Leute unterwegs sind.

Am Ende wären wir noch keinen einzigen Trainingsmeter gefahren.

Und Mike würde, wie so oft, fragen:

Wie würden wir vorgehen, wenn wir diese Sache ernst nehmen würden?

Diese Frage stelle ich Ihnen jetzt im Hinblick auf Ihre Firma: Wie würden Sie vorgehen, wenn Sie diese Sache ernst nehmen würden?

Wenn ich diese Frage Coaching-Klienten stelle, lautet die Antwort darauf meistens etwa so:

Also ich muss definitiv etwas mit Social Media machen. Und einen News­letter. Auf jeden Fall, Newsletter und Blog. Also ich meine Webseite.

Stopp mal“, sage ich dann meistens und frage: „Weißt Du, wie man einen Newsletter oder Blogbeiträge schreibt, so dass sie von anderen auch gelesen werden?

Nach dieser Frage klingen meine Coaching-Klienten in der Regel nicht be­sonders glücklich, was ich wiederum nicht mag. Und ich frage schnell hin­terher:

Welche Ziele verfolgst Du denn mit dem Newsletter oder mit Blog­beiträ­gen? Was willst Du damit erreichen?

Mmhhh – Besucher bekommen?

O.k. Und was machst Du weiter?

Dann werde ich Networking-Veranstaltungen besuchen und Gastbeiträge schreiben. Und ich halte Reden und will eine Xing-Gruppe eröffnen und eine Facebook Seite.

Sonst noch etwas?

Ja, ich will noch Anzeigen schalten und Flyer versenden. Unbedingt.

Das ist, mit geringfügigen Veränderungen, häufig die Einschätzung eines Einzel-Unternehmers, wenn die Frage lautet: Was würden Sie tun, wenn Sie Ihr Business ernst nehmen würden?

Sehr ambitioniert, sehr fleißig – und unmöglich in der Durchführung

Solo-Unternehmer denken fast immer, es läuft nicht so, wie sie es sich vorstellen, weil sie etwas nicht können. Sie glauben, dass ihnen Fähigkeiten in bestimmten Bereichen fehlen und sie diese Fähigkeiten nur erwerben müssen – und alles wird gut.

Die Anzahl der Bereiche, in denen sie glauben, Fähigkeiten erwerben zu müssen ist erheblich. Gleichzeitig versuchen sie, die Kunden zu betreuen, die sie aktuell haben.

Und am Ende sind sie urlaubsreif und demotiviert. Im günstigsten Fall.

Schauen wir uns die Sache einmal von einer anderen Perspektive an.

Was wäre, wenn ich Ihnen dieselbe Frage nicht für Ihre Selbständigkeit, sondern für Ihr Privatleben stellen würde?

Nehmen wir als Beispiel ein Hobby von Ihnen. Eines, dass Sie wirklich gerne ausüben. Etwas, dass Sie schon so lange tun, dass es sich vollkommen na­türlich anfühlt.

Erinnern Sie sich, als Sie damit angefangen haben?

Nehmen wir zur besseren Erklärung ein Hobby wie Kochen. Sagen wir, Sie haben Spaß daran gefunden und wollen etwas mehr Kochen können, als heißes Wasser für Ihren Kaffee.

Was tun Sie?

Wenn Sie so sind, wie ich, tun Sie folgendes…

Ich sehe eine Kochsendung mit Jamie Oliver. Und ich bin begeistert. Darü­ber, wie einfach alles scheint, wie bunt, wie lebendig. Die frischen Zutaten.

Ich rieche praktisch, wie es in seiner Küche duftet.

Und kosmopolitisch, weil er Bilder vom Wochenmarkt in London zeigt. Und italienisch, weil er etwas mit einem italienischen Koch zubereitet.

Ich schreibe mir die Zutaten auf. Meistens auf die Ecke unserer Fernsehzeitung.

Beim nächsten Einkauf bringe ich die Zutaten mit. Weil ich die Fernsehzei­tung vergessen habe, muss meine Erinnerung herhalten. Was ich nicht be­komme, wird weggelassen oder durch etwas Ähnliches ersetzt.

Alles kein Problem. Bloß nicht komplizierter machen, als nötig.

Zu Hause lege ich los.

Die Küche sieht meistens aus wie ein Schlachtfeld, wenn ich fertig bin. Aber – praktisch immer ist Mike begeistert und ich zufrieden. Es gab in den Jah­ren, in denen wir uns eine Küche teilen, wenige Totalausfälle.

Meistens ha­ben wir auf diese Weise ein super leckeres, neues Gericht entdeckt.

Wenn Sie so sind wie Mike, sieht das Ganze anders aus…

Bei ihm fängt alles mit einer harmlosen Frage an:

Du sag mal, was kochen wir eigentlich zu Ostern?

Keine Ahnung, worauf hast Du Lust?

Mmhh – weiß nicht. Und Du?

Ich habe mal was gesehen mit Fisch und Vanille, das fand ich spannend. Was sagst Du?

Mmhhh – weiß nicht.

Mit diesen Worten verschwindet Mike an seinem Laptop. Nach etwa einer Stunde taucht er wieder auf, bewaffnet mit einem Rezept, geht in die Küche und prüft, ob wir die Zutaten für dieses Gericht vorrätig haben. (Wir haben selten weniger als 4 Kilogramm unterschiedliche, exotische Gewürze im Haus, in­klusive schwarzes, hawaiianisches Salz…)

Und dann legt er sich Zutaten und Arbeitsgeräte bereit. Fein säuberlich. Nach kurzer Zeit hat er einen Traum von Essen gezaubert in den ich mich komplett bekleidet hineinlegen könnte.

Was will ich Ihnen mit dieser Analogie sagen?

Es gibt die Reinspringer und es gibt die Schritt-für-Schritt-Geher.

Es gibt zwei Ansätze, wie Sie Projekte für Ihr Business angehen können und dabei sehr erfolgreich sind:

  • Sie können einfach hineinspringen und machen.
  • Sie können planvoll und mit Bedacht vorgehen.

Die Vorgehensweisen sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Aber beide funktionieren. Die Schritt-für-Schritt-Geher sind Menschen, die einen sehr methodischen Weg einschlagen, wenn sie etwas ernsthaft betreiben.

Nehmen wir als Beispiel LinkedIn.

Wenn ein Schritt-für-Schritt-Geher in LinkedIn einsteigen will, wird er sich ein Buch kaufen und es akribisch le­sen. Dann kauft er sich einen Kurs und arbeitet den durch. Er schaut im In­ternet nach, wie andere das Thema behandeln und liest Blogs. Dann ver­sucht er es selbst, indem er sich bei LinkedIn anmeldet und erstellt seine Seite.

Er ist ernsthaft daran interessiert, dabei gut zu werden und sein Ansatz lau­tet:

Ich studiere vorher, wie andere es tun. Wenn ich es dann selbst tue, hat es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert.

Die Reinspringer tun genau das Gegenteil.

Sie springen einfach in eine neue Sache hinein und bekommen ihre Erfahrungen aus dem, was geschieht. Der Reinspringer meldet sich in LinkedIn an, eröffnet eine Seite, eine Gruppe, eine Fanpage. Gleichzeitig hört er eine CD mit einem Kurs, den er sich ge­kauft hat. Dann liest er nochmal nach, weil er plötzlich komische Nachrich­ten von komischen Menschen bekommt.

Der Ansatz des Reinspringer, wenn er etwas ernst nimmt, lautet:

Ich be­komme meine Erfahrungen dadurch, dass ich aus nächster Nähe sehe und ausprobiere, was funktioniert und was nicht.

Der entscheidende Punkt ist: Reinspringer sind erfolgreich. Schritt-für-Schritt-Geher sind erfolgreich.

Auch wenn beide eine komplett unterschiedliche Vorgehensweise haben. Methodisch oder experimentell. Normalerweise machen beide Fortschritte. Der einzige Unterschied: Jeder tut es so, wie er es angenehm findet.

Und das wichtigste: Jeder tut es so, dass am Ende ein Ergebnis steht.

Welcher Typ sind Sie und womit kommen Sie am besten vorwärts?

Was heißt das alles jetzt für Sie?

Das heißt für Sie, dass es ziemlich clever ist, darüber nachzudenken, was für ein Typ Sie sind. Erzielen Sie bessere Resultate, indem Sie hinein spri­ngen? Oder erzielen Sie bessere Resultate, wenn Siedie Reihen­folge Ih­rer Schritte akribisch planen?

Welche der beiden Vorgehensweisen fühlt sich für Sie richtig an, wenn Sie auf das Ende schauen und sagen: Hey, ich bekomme die Sachen ja richtig zügig geregelt!

Es gibt zwei Gründe, warum ich mit diesem Thema angefangen habe.

Als Mike und ich begannen, zusammenzuarbeiten hatten wir einige Rei­bungsverluste. Und das ist eine unglaubliche Verniedlichung meiner tiefsten Verzweiflung, weil ich Mikes organisierte und strukturierte Arbeitsweise einfach nicht hinbekam.

Mike hingegen fühlte sich mit meiner Art der Planung auch nicht wohl. Dennoch hatten wir das Gefühl, im Doppelpack besser zu sein, als jeder für sich alleine.

Eines Tages sprach ich mit Jenny, einem Coach, die ich engagiert hatte und die sagte: „Jeder von Euch beiden hat ein anderes Bedürfnis nach Sicherheit.“

Und ich fragte verwundert: „Wieso Sicherheit, ich dachte, wir reden über Planung und Organisation?“

Jenny antwortete: „Planung und Organisation sind gleich­bedeutend mit dem individuellen Bedürfnis nach Sicherheit. Die Menge, die jeder von uns benötigt, um etwas von der Theorie in die Praxis umzusetzen zeigt sich in der Menge seiner Planungsschritte.“

Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. So wie es Menschen gibt, die visuell leichter lernen, so gibt es Menschen, die mehr (oder in meinem Fall weniger) Planung benötigen. Es sind einfach unter­schiedliche Wege, seine Ziele zu erreichen.

Und seit dem Tag lebe ich wesentlich entspannter, weil ich mir nicht mehr selbst einrede, ich müsse organisierter sein. Und Mike muss sich nicht fra­gen, ob er übertreibt, nur weil er anders plant als ich.

Wir haben eigene Methoden entwickelt, mit der wir auch komplexe Projekte reibungslos abwickeln.

Eine davon möchte ich Ihnen kurz vorstel­len, weil sie so wirksam ist:

In einem unserer Büros hängt eine große Projektwand. Dafür können Sie Korkplatten oder ähnliches aus dem Baumarkt verwenden. Auf diese Wand pinnen wir die Ausdrucke der Monate des Jahres. Darauf vermerken wir grob, was wir in den nächsten Monaten tun werden. Welche Aktionen für Kunden. Welche neuen Projekte, wie beispielsweise den Sales Mastery Kurs.

Die Feinplanung nehmen wir mit Hilfe bunter Karteikarten vor.

So können wir jedes Unterfangen so detailliert planen, wie jeder von uns das benötigt. Hauptsache, wir behalten den Überblick und wissen, wo wir stehen.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum ich die unterschiedlichen Vorge­hensweisen erwähne.

Ich möchte Sie darin bestärken, alles so zu tun, wie es für Sie am besten funktioniert, solange es funktioniert. Wenn Sie ein Schritt-für-Schritt-Geher sind, will ich nicht, dass Sie Ihre Komfortzone verlassen und irgendwo rein springen. Wenn Sie ein Reinspringer sind, werde ich Sie nicht bremsen und dazu bewegen Schritt-für-Schritt methodisch vorzugehen.

Ich möchte Sie nur anregen, darüber nachzudenken, was für Sie persönlich am besten funktioniert und es dann anzuwenden. Ohne ein schlechtes Gewissen.

Selbstverständlich können Sie auch zwischen beiden Vorgehensweisen wechseln.

Nicht jeder ist zu jedem Zeitpunkt ein Schritt-für-Schritt-Geher. Und nicht jeder ist ständig ein Reinspringer.

Es ist Ihr Business. Und wenn Ihr Plan für Ihr Business es erfordert, anders zu arbeiten, als es natürlich für Sie ist, geht das schief.

Womit wir beim zweiten Konzept angelangt sind…

Darin geht es um vier einfache Übungen, die die Grundlage für eine Verdoppelung Ihres Umsatzes sein kann. Für uns und einige Coaching-Klienten, die diese Übung umgesetzt haben, war das der Fall.

Ohne eine Verdoppelung der Arbeitszeit wohlgemerkt. Lesen Sie sie im 2. Teil dieser Mini-Serie: Warum wichtige Dinge untergehen & wie Sie das lösen

 

 

 

Und was können Sie jetzt tun?

Schauen Sie sich unsere Ressourcen für Solo-Unternehmer an.

Den Podcast: KPI’s: Wie Sie Ihrem Business den Puls fühlen

Unseren Shop: Mit zwei Kursen, die Ihr Unternehmer-Leben erleichtern

Andrea Lekies

Hallo, ich bin Andrea und habe Passion & Profit 2012 ins Leben gerufen. Ich bin der Nerd, der lieber über Verkaufen & Businessaufbau schreibt, als shoppen zu gehen. Aber die meiste Zeit treffen Sie mich in unserer Unternehmer-Community Powerhouse... Folgen Sie uns auf Pinterest

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