Zwei Tricks, Trägheit zu überwinden & Newton ein Schnippchen zu schlagen

von , zuletzt aktualisiert am 05. März 2020

Wir alle kennen das, worüber ich Ihnen gleich mehr erzählen werde, aus der Schule.

Doch wir kennen es nicht nur aus der Schule. Wir kennen es von uns selbst, von unserem Liebsten und unseren Mitarbeitern oder Kolle­gen.

Es geht um Grundannahme der klassischen Mechanik.

Und die trägt entscheidend dazu bei, dass wir mit Plänen für unser Business oft nicht so voran kommen, wie wir das könnten.

Warum Alle und Alles einen Schubs benötigen, um sich zu bewegen

Wir sprechen über die Trägheit oder genauer das Trägheitsprinzip.

Wikipedia definiert es so:

„Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Transla­tion, sofern er nicht durch einwirkende Kräfte zur Änderung seines Zustands gezwun­gen wird.“

Wenn Sie nicht durch Zufall Physiker oder Ingenieur sind, treibt Ih­nen diese Definition womöglich Tränen in die Augen, deshalb mache ich es leichter.

Ein Beispiel:

Stellen Sie sich vor, vor Ihnen liegt ein Ball. Es bedarf einer ge­wissen Anstrengung – oder auch Kraftaufwand – diesen Ball quer über den Rasen zu bewegen. Und die Kraft, die dabei benötigt wird, ist am An­fang der Bewegung am allergrößten.

Dann, wenn sich der Ball noch nicht bewegt, weil es noch keinen Schwung gibt, den Sie nutzen können.

Sobald Sie beginnen, diesen Ball zu bewegen, arbeiten gleich zwei Kräfte daran mit: Einmal die Kraft, die Sie ausüben. Und dann noch die Kraft, die Isaac Newton dankenswerterweise für uns erforscht hat.

Das ist die Eigen­dynamik. Und Schwupps – schubsen gleich zwei Leute gegen den unschuldi­gen Ball – Isaac Newton und Sie.

Die Trägheit ist also nichts anderes, als die Kraft, die wir überwinden müs­sen, wenn wir gemütlich im Fernsehsessel sitzen und uns einfällt, dass wir noch eine gute Flasche Bordeaux und ein paar Käsekräcker im Schrank ha­ben.

Doch bevor Sie beginnen, sich deshalb schlecht zu fühlen…

Trägheit ist immer dabei. Alles und jeder ist davon betroffen.

Das gilt für jede Zelle und jede Materie, für jede Organisation und jeden Stoff. Es gilt für Politiker (für die wahrscheinlich besonders), für Mütter, für Kinder und für den Käse im Kühlschrank. Und auch für den weltbesten aller Partner.

Trägheit lässt sich nicht vermeiden. Wenn sich Trägheit also per se nicht vermeiden lässt, was können wir dage­gen tun? Wir können sie schlau so sehr schrumpfen, dass wir sie kaum noch spüren.

Wie das geht, darüber sprechen wir jetzt.

Die Experten, die uns etwas über Produktivität beibringen wollen, sagen:

„Das ist doch gar kein Problem. Wenn Du Dir die Aufgabe einmal genauer an­schaust, ist sie doch eigentlich halb so schlimm.“

„Du musst einfach nur anfangen und weitermachen, bis Du fertig bist. Und da­nach gönnst Du Dir eine Belohnung. Ganz einfach.“

Täte ich das, würde ich täglich 5 Kilogramm Schokolade essen.

Die Tipps der meisten Produktivitäts-Experten sind in der Praxis nicht hilfreich. Zumindest dann, wenn Sie mit Ihrer Figur zufrieden sind und Schokolade ab einer gewissen Menge ihren Reiz für Sie verliert.

Wie könnten Sie sich sonst die Sache erleichtern?

Nehmen wir als Beispiel das Schreiben eines Flyers. Das Schreiben an sich ist nicht hart. Was hart ist, ist die Tatsache, dass jeder Anfang hart ist – Sie erinnern sich an Isaac Newton.

Die Trägheit überwinden – Maßnahme Nr. Eins

Erinnern Sie sich daran, dass es immer hart ist, etwas zu beginnen. Beson­ders dann, wenn es neu ist und noch nicht zu unserem Repertoire: „Das ma­che ich mit geschlossenen Augen“, gehört.

Es war früher hart, unsere Schnürsenkel zuzubinden. Es war hart, mit dem Fahrrad ohne Stützräder zu fahren und es war hart, die ersten Schritte auf Jungs oder Mädchen zuzugehen.

In ganz grauer Vorzeit hatten wir alle eine extrem kurze To-Do-Liste. Da stand:

  • Auf Säbelzahntiger aufpassen.
  • Essen fassen und dabei auf Säbelzahntiger aufpassen.
  • Sich vermehren und dabei auf Säbelzahntiger aufpassen.

Voilà. Das war schon alles.

Niemand musste sich mit Social Media, Conversion, SEO oder dem Schreiben von Verkaufsseiten beschäftigen. Niemand musste eine Steuererklärung machen oder ein System für die Buchhaltung entwickeln.

Die Dinge, die sich für uns ganz natürlich anfühlen, die finden wir nicht hart.

Schwierig wird es erst bei den Dingen, die sich unnatürlich anfühlen. Und auch wenn wir hier sitzen und sagen: Ja klar, ich weiß das. Kein Thema…

Dennoch kann es passieren, dass wir dann vor unserem Flyer oder unserem Text sitzen und Dinge zu uns sagen wie:

Das gibt es doch nicht. Jetzt mach mal. So schlimm kann das doch wohl nicht sein! Was ist verkehrt mit mir? Kann das nicht einfach mal so funktionieren?“

Der Punkt ist: Es ist alles in Ordnung mit Ihnen. Die Dinge, die Sie gerade tun wollen, sind nicht einfach. Und wenn Sie sich sagen, dass sie aber ein­fach sind oder einfach sein müssen, führt das geradewegs zu noch mehr Ärger. Ich erspare Ihnen die unschönen Details über graue Zellen und was da in unserem Kopf passiert. Nur so viel:

Es macht die Arbeit, die Sie tun wollen, doppelt so hart, weil Sie denken, dass Sie das eigentliche Problem sind.

Wenn Sie etwas tun müssen, dass hart ist, dass Sie nicht gerne machen und das Sie vor sich herschieben: Erinnern Sie sich daran, dass es in Ordnung ist. Erinnern Sie sich daran, dass es normal ist, wenn es schwierig ist.

Wenn Sie das tun, hören Sie auf, gegen zwei Widerstände zu kämpfen: Ge­gen eine schwierige Aufgabe und gegen die Stimme in Ihrem Kopf, die Ih­nen sagt, dass Sie das Problem sind.

Das ist einfach nur ein Weg, sich selbst daran zu erinnern, dass Arbeit manchmal schwer sein kann. Und wenn Sie das akzeptieren, dann wird es schlagartig wesentlich leichter. (Und wenn das alles so einfach wäre, wieso sind nicht zwei Drittel der Bundesdeut­schen Millionäre?)

Kommen wir zur Maßnahme Nummer zwei.

 

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Die Trägheit überwinden – Maßnahme Nr. Zwei

Die zweite Maßnahme, mögliche Anfangsschwierigkeiten zu überwinden, hat wieder mit Physik zu tun.

Sie kennen es alle vom Auto fahren. Ist das Möftel erst einmal in Gang, hält sie so schnell nichts mehr auf. Sobald etwas in Bewegung und die Anfangsträgheit überwunden ist, braucht es viel weniger Energie, um in Bewegung zu bleiben.

Kurzum: Alles wird leichter.

Diese Lektion lernte ich, als ich 14 Jahre alt war. Ich hatte als Kind ständig Kopfschmerzen. Warum blieb unklar, womöglich lag es an einer alten Ge­hirnerschütterung. Weil die Kopfschmerzen manchmal wochenlang blieben, begann ich zu Joggen. Damals hieß es noch Laufen und ich hatte davon in der Bravo gelesen (ja. Bravo. Für Krieg und Frieden fehlte mir die Zeit ?.).

Ich nahm mir also vor, jeden Morgen vor der Schule laufen zu gehen. Und mein Dackel musste mit.

Ich weiß noch genau, es war Winter. Dunkel. Kalt. Ich verfluchte meinen Vorsatz. Aber ich hatte zu vielen Leuten davon er­zählt, um jetzt einen Rückzieher zu machen. Und mein Dackel freute sich auch…

Doch nachdem ich erst einmal aus dem Bett war und meine Laufklamotten anhatte, war der schwierigste Schritt gemacht. Mein Dackel freute sich wirk­lich und draußen war es sehr schön.

Das schwierigste waren nur die ersten 10 Minuten. Danach genoss ich meinen Lauf.

Ähnlich geht es mir heute noch.

Wenn das Wetter schlecht ist und ich wirklich keine Lust habe zu laufen, denke ich daran, dass es nur die ersten 10 Minuten sind. Danach geht es leichter. Nur 10 Minuten – das halte ich doch aus, oder?

Das sage ich zu mir und die Stimme in meinem Kopf, die von Meuterei und Aufstand redet, die wird leiser, weil es sich nicht lohnt, für 10 Minuten einen Zwergen-Aufstand zu machen.

Damit haben Sie ein höchst wirksames Werkzeug in Ihrer persönlichen Pro­duktivitätskiste.

Es ist die Fähigkeit, sich einen kleinen Teil von etwas Schwierigem anzuschauen und zu sagen: „Ich muss nur dadurch kommen! Mehr ist es nicht. Nur dass!“

Und aus dem riesigen, dicken Etwas wird eine kleine überschaubare Ein­heit. Und Ihr Gehirn wispert: „Jetzt mach mal! Das kannst Du doch.“

Und damit haben Sie eine komplett andere Ausgangsvoraussetzung, als vorher.

Wenn Sie zusätzlich noch etwas Selbstuntersuchung betreiben, ist dieses Werkzeug noch hilfreicher.

Und das geht folgendermaßen:

Beobachten Sie bei den Dingen, die Sie als schwierig einstufen, wie schnell Sie an dem Punkt angelangt sind, an dem es Ihnen leichter fällt.

In punkte Laufen war bei mir die magische Zahl 10 Minuten.

Ein überschaubarer Zeitraum. Keine Unendlichkeit. Und darin liegt der Trick. Sich dann daran zu erinnern, dass nicht die gesamte Aufgabe, das gesamte Projekt, das gesamte Unternehmer-Dasein so schwierig ist.

Sondern Teile davon. Und die sind so relativ schnell vorbei, dass es kaum der Rede wert ist.

Zusammenfassung

Anfangen ist hart. Immer. Etwas ganz neu anzufangen scheint zuweilen schier unüberwindlich. Doch wenn Sie die beiden Tricks anwenden, wird es erträglich.

Und mit jedem Mal, bei dem Sie lernen, dass es erträglich ist, wird es leichter.

Eine schöne Aussicht, oder?

 

Dies ist der 3. Teil unserer 3-teiligen Mini-Serie darüber, wie Sie mehr von den Dingen umsetzen, die Ihnen am Herzen liegen.

Teil 1 finden Sie hier: Rein springen vs. Schritt-für-Schritt: Was zügige Umsetzung mit Sicherheit zu tun hat

Teil 2 finden Sie hier: Warum Zukunftspläne für ein Business untergehen & wie Sie Problem das lösen

 

 

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Andrea Lekies

Hallo, ich bin Andrea und habe Passion & Profit 2012 ins Leben gerufen. Ich bin der Nerd, der lieber über Verkaufen & Businessaufbau schreibt, als shoppen zu gehen. Aber die meiste Zeit treffen Sie mich in unserer Unternehmer-Community Powerhouse... Folgen Sie uns auf Pinterest