Selbständig und einsam: Vier Wege raus aus dem Teufelskreis

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selbstaendig und einsam, bild von einsamer junger frau

Sebst & ständig ist eines dieser Klischees, die wir oft hören, wenn wir eine Firma gründen. Doch selbständig und einsam ist etwas, worauf die meisten von uns nicht vorbereitet waren.

Ich war es nicht als ich mich vor über 20 Jahren gründete.

Und es traf mich wie ein Schlag in den Magen.

Ich war vorher an meinem Arbeitsplatz nicht die Super-Socializerin, die mit jedem befreundet war.

Aber dosierter, regelmäßiger Kontakt mit Kollegen, ein kleiner Plausch, ein Austausch, Mittagessen in größerer Runde, mal ne Pizza zusammen essen gehen … all das fiel abrupt weg.

Ich fiel in das Selbständig-und-Einsam Loch und es war ziemlich tief.

Wenn ich zurückdenke, dann wahrscheinlich auch deshalb, weil ich es mit Disziplin lösen wollte. Weil ich mir sagte: Stell dich nicht an, das ist doch ein erstklassiges 1. Welt Luxus-Problem. 

Ich fühlte mich oft wie die Hauptdarstellerin in Marlen Haushofers: Die Wand. 

Die vierzigjährige Protagonistin, die namentlich nicht genannt wird, tritt in dem Roman als Ich-Erzählerin auf. Sie reist mit ihrer Cousine Luise und deren Ehemann Hugo an einem Wochenende zu einer Jagdhütte ins Gebirge. Das Ehepaar sucht abends noch eine im Tal gelegene Gaststätte auf. Morgens vermisst die Erzählerin ihre Begleiter und verlässt die Hütte, um nach ihnen Ausschau zu halten. Doch am Ausgang der Schlucht stößt sich der bei ihr verbliebene Hund des Paares die Schnauze an einer unsichtbaren Sperre blutig. Ein Mann, der im Tal an einem Brunnen Wasser schöpft, wirkt in ihrem Fernglas wie versteinert.

Es scheint, als habe ein großes Unglück alle – zumindest aber alle ihr durch die durchsichtige Wand erkennbaren – Lebewesen tödlich erstarren lassen. Die Ich-Erzählerin ist durch die rätselhafte Wand vor diesem Unglück geschützt und zugleich aber auch gefangen. Da sich das von der Wand umschlossene Gebiet über mehrere Jagdreviere erstreckt, lernt die so Isolierte allmählich, sich von den verbliebenen Vorräten, den Früchten und Tieren des Waldes und ihrem Garten zu ernähren. Zu der Sorge um ihre eigene Existenz kommt dabei bald die Sorge um verschiedene Tiere, die ihr zulaufen: neben dem Hund mehrere Katzen und eine trächtige Kuh. Während des dritten Winters fertigt sie den vorliegenden Bericht an – ohne zu wissen, ob ihn jemals jemand zu Gesicht bekommen wird. Zu ihrem früheren Leben entwickelt sie eine zunehmende Distanz, die sich besonders bei der Betrachtung ihres Verhältnisses zu ihren Töchtern ausdrückt, deren Schicksal ungewiss ist.

Gegen Ende erscheint auf der Alm, welche die Frau als Sommerquartier bezogen hat, ein Mann. Da er ohne ersichtlichen Grund ihren von der Kuh geborenen jungen Stier mit einer Axt erschlägt und auch den zur Hilfe eilenden Hund tötet, läuft die Frau zur Almhütte, bewaffnet sich mit ihrem Jagdgewehr und erschießt den Mann, ohne zu zögern. Die Erzählung klingt optimistisch aus; so heißt es unter anderem: „Seit heute früh weiß ich sicher, daß Bella ein Kalb haben wird. Und, wer weiß, vielleicht wird es doch wieder junge Katzen geben.“ Die Gefangene verschiebt ihren schon wiederholt erwogenen Ausbruch, obwohl ihr sowohl die Munition als auch die Zündhölzer ausgehen. Ihr Schicksal bleibt offen. Quelle: Wikipedia. 

Ich saß ebenfalls da hinter einer imaginären Wand. Und draussen tobte vor meinen Augen das Leben – während ich versuchte, daran teilzunehmen aber von allem wie abgeschnitten war.

Irgendwann verstand ich, dass ich mein altes Netzwerk von Kollegen nicht mehr behalten konnte. Es funktionierte einfach nicht, auch wenn wir von Zeit zu Zeit telefonierten.

Es war eben wie in zwei unterschiedlichen Welten zu leben. Und ich begriff, ich musste mir etwas Neues aufbauen.

Das waren damals meine ersten Schritte:

Selbständig und einsam: Vier Wege raus aus dem Teufelskreis.

Ich fühlte mich oft so allein, dass ich den Fernseher anstellte und den Ton ausschaltete, nur um das Gefühl, wie ein Alien durch die Welt zu ziehen, für kurze Zeit zu vergessen.

Deshalb machte ich mir einen kleinen Plan, um dem zu entgehen:

#1 – Quasi-Kollegen-ähnliche Dinge tun.

Das beinhaltete, dass ich etwa einmal pro Woche ein Date mit mir selbst hatte. Ich ging entweder zu unserem Spanier, einem Händler, der spanische Delikatessen verkaufte. Und auch zwei kleine Stehtische hatte, an denen man Fingerfood bestellen und essen konnte.

Manchmal traf ich dort jemanden, den ich schon vom sehen kannte und wir kamen in ein Gespräch.

Das war ein guter Einstieg für mich.

Manchmal ging ich auch zu unserem Lieblingsitaliener und gönnte mir einen Salat. Dort war ich eher allein, was ich dann nicht mehr so oft machte, denn das war ja nicht der Plan.

Was können Sie tun?

Es hängt vor allem von zwei Dingen ab: Wie komfortabel Sie sich damit fühlen, irgendwo alleine hinzugehen. Für mich war es eine Überwindung. Und ich suchte mir Orte, die ich mochte und die es mir erleichterten.

Letztlich war es rückblickend vor allem ein Kampf gegen das Gefühl, dass ich irgendwo fehl am Platz bin, wenn ich dort alleine hingehe.

Und es war eine gute Übung.

Deshalb – wenn es für Sie passt, in Ihr Lieblingscafé zu gehen, dann ist es das. Manchmal hilft es schon, andere Stimmen zu hören, andere Menschen aus dem Augenwinkel zu sehen – selbst wenn wir arbeiten – um ein besseres Gefühl zu bekommen.

#2 – Netzwerken.

Ich suchte mir die nächstgrößere Stadt mit Veranstaltungen für GründerInnen. Es war die IHK Mannheim. Und ich ging zu verschiedenen Veranstaltungen.

Irgendwie hatte ich auch dort nie das Gefühl, ich würde dazugehören, aber es ging ja darum, Kontakt zu knüpfen, den Kopf aus dem Schneckenhaus zu stecken und nicht zu erwarten, dass mit dem ersten Blinzeln alles passen würde.

Und das ist denke ich, das entscheidende.

Wahrscheinlich wissen alle Millenials und Generation Z, wie man problemlos mit der Welt Kontakt knüpft in einem Knopfdruck. Ich weiß es nicht. Und nicht nur deshalb, weil ich weder mit dem Internet noch dem Smartphone aufgewachsen bin.

Das ist kein Fehler auf keiner Seite. Es ist einfach nur ein Fakt. Wir müssen mit dem klarkommen, was uns unser Zeitalter bietet. Ob wir es wollen oder nicht ob wir dafür Talent haben oder nicht.

Was können Sie tun?

Ich habe erst spät verstanden, dass wir Menschen soziale Wesen sind, die einander brauchen. Und dass mein nicht-so-gut-zurechtkommen zwar objektiv richtig war, subjektiv aber nicht zu verbessern (auf meiner Seite) ohne Übung.

Will heißen: Menschen regulieren sich gegenseitig. Und selbst wenn wir nicht die optimalen Erfahrungen machen mit unserem Gegenüber ist es wichtig, von Zeit zu Zeit ein Gegenüber zu haben.

Wenn das nicht so perfekt läuft? Kein Problem, dann müssen wir weiterschauen. Nicht jeder Kontakt zu Kaffee-trinken ist ja als Langzeitbeziehung angedacht. Spätestens die Pandemie hat gezeigt, dass Menschen ohne andere Menschen nicht gut funktionieren.

Mit ihnen auch nicht immer – aber da sollten wir darauf vertrauen, dass Übung den Meister macht.

#3 – Neues Hobby probieren.

Das war tatsächlich mein Highlight in dieser Zeit: Ich habe angefangen zu Klettern. Mein Ziel war es, neue Menschen kennenzulernen. Und das habe ich. Und gleichzeitig habe ich neue Erfahrungen gemacht und ein paar neue Ideen über mich gesammelt.

Deshalb ist mein quasi Nr. 1 Tipp: Suchen Sie sich ein neues Hobby, dass Sie ein wenig fordert. Eines, dass so deutlich außerhalb Ihrer Komfortzone liegt und Sie etwas atemlos macht.

Nicht zu viel natürlich.

Denn es setzt ungeahnte Energien frei, unabhängig davon, ob wir das gut hinbekommen oder so la la.

Was können Sie tun?

Schauen Sie sich um in Ihrer näheren Umgebung was es für Freizeitaktivitäten gibt. Vielleicht auch bei der Volkshochschule. Und dann suchen Sie sich etwas Neues heraus.

Der Tauchkurs, der Malkurs, der Töpferkurs oder der Metallbearbeitungskurs. Was es auch ist, gut möglich, dass Sie sich unendlich lebendig fühlen, wenn Sie damit anfangen.

Wenn Sie es leid sind, alleine zu gehen ...

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#4 – Bürogemeinschaft oder Co-Working suchen.

Vor 20 Jahren gab es noch keine Co-Working Einrichtungen – leider. Hier auf Paphos, Zypern, wo wir leben, ist eine seit einigen Jahren und wir können uns das arbeiten gar nicht mehr ohne vorstellen.

Doch damals war Coworking noch nicht so populär.

Bürogemeinschaften hingegen schon. Also die Möglichkeit, ein größeres Büro mit anderen gemeinsam anzumieten und sich bestimmte Bereich zu teilen. Küche, Gemeinschaftsraum oder einen großen Meeting-Raum beispielsweise.

Eine Coaching-Klientin von mir in Luzern hat das gemacht und mit einer sehr netten Frau, mit der sich eine Art Freundschaft entwickelte.

Eine weitere Möglichkeit ist es, von größeren Firmen ein oder mehrere Räume zu buchen. Ganz einfach weil die Firma zu viel Platz hat – und der Raum nicht ungenutzt bleiben soll.

Diese Möglichkeiten findet man im Internet oder in einer lokalen Zeitung annonciert.

Was können Sie tun?

Das kann für Sie das Richtige sein, muss aber nicht. Aber es ist eine Möglichkeit bei der manche Menschen echte Freund fürs Leben finden. Bei mir war es nicht der Fall – aber das kann ja noch werden 😉

Plus – wer Publikumsverkehr hat, also Kunde, die zu einem kommen – ist mit einem solchen Modell wahrscheinlich ganz gut und preisgünstig aufgehoben.

Bonus-Tipp: Mich mit mir selbst beschäftigen.

Für mich persönlich war der Aspekt von selbständig und einsam etwas sehr Neues, das mich zuweilen heute noch beschäftigt. Denn es hat nicht nur mit Einsamkeit zu tun, sondern mit der Tatsache, dass die Anstellung in einer größeren Firma mehr ist, als nur ein Job.

Wir suchen zuweilen instinktiv ein Zuhause. Einen Ort, bei dem wir uns aufgehoben fühlen.

Und das ist in Ordnung.

Letztlich müssen wir für uns abwägen, welche Lösungen für uns geeignet sind. Denn mögliche Lösungen gibt es ja mittlerweile einige.

Zu verstehen, dass Menschen für uns wichtig sind aus vielen Gründen, ist wohl eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich persönlich aus der Pandemie gewonnen habe.

Umso wichtiger ist es, sich Zeit dafür zu geben, die richtigen Menschen zu finden und diesen Kontakt zu pflegen.

Zusammenfassung

Auf eine der größten Herausforderungen als Business-Inhaber sind wir alle nicht vorbereitet. Wir sind selbständig und einsam. Selbst wenn wir Mitarbeiter haben.

Wir bleiben in gewisser Weise einsam.

Denn wir haben einen Lebensstil gewählt, der anders ist als andere. Er hat mehr Freiheiten. Und mehr Verpflichtungen. Und in beides muss man lernen hinein zu wachsen.

Und das ist nicht immer leicht.

 

 

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