Corona & so: 9 Dinge, die Sie tun können, wenn Sie freiwillig in Quarantäne sind

von , zuletzt aktualisiert am 31. Juli 2020

Es gibt wahrscheinlich 1.000 Fotos, von denen ich wünschte, ich hätte sie nicht geschossen.

Denn ich war nicht wirklich in der Situation, sondern stand hinter der Kamera.

Und das ist das Dilemma, wenn wir den perfekten Augenblick einfangen wollen.

Wir sind nicht wirklich dabei.

Wir erleben nicht die Unmittelbarkeit, sondern achten auf Licht und Bildkomposition.

Und bedauern später zuweilen, das wir diesen Moment nicht voll ausgekostet haben.

Wir erleben die Dinge durch einen Filter und nicht mehr in Echtzeit

Dieses Dilemma kennt wahrscheinlich jeder Fotograf. Du willst das Motiv. Und die Situation erleben.

Kontemplation. Und Aktion.

Und genau das passiert mir wieder und wieder. Ich stehe vor einer wichtigen Sache und überlege, wäge ab, lasse auf mich wirken.

Ich knipse nicht.

Ich schaue auf das Bild.

Während andere bereits sagen, wie es ist, zu sein hat oder gehandhabt werden sollte.

Nicht dass wir uns missverstehen.

Ich bewundere Menschen, die immer genau wissen, was zu tun oder zu sagen ist. Die immer eine feste Meinung haben, no matter what.

Ob es Corona ist oder sonstige Dinge. Doch bei mir ist das anders. Mag sein, weil ich HSP bin.

Ich sehe die Dinge und versuche Abstand zu wahren, um nicht hinein gesogen zu werden in einen Betroffenheitstaumel, der es mir unmöglich machen würde, besonnen zu bleiben.

Doch wahrscheinlicher ist, weil ich denke, dass es kein absolutes RICHTIG in echten Krisen gibt.

Ich glaube, jeder Mensch reagiert aufgrund seines Imprint.

Der eine verstummt. Die andere sucht Bestätigung, gibt gute Ratschläge, tobt oder was immer sie gelernt hat zu tun in der Krise.

Wir alle haben eine Bewältigungshistorie, in der unsere Reaktionen nicht ausschließlich unsere eigenen sind.

Und ich spreche da aus Erfahrung.

Ein leerer Kühlschrank ist für mich undenkbar. Bei Mike und mir können immer mindestens zehn Menschen zum Essen kommen.

Unangemeldet.

Und wir hätten dennoch ein tolles Mahl.

Aber der Grund dafür ist nicht nur Gastfreundschaft.

 

Niemals ohne mein Butterbrot …

Der Grund für diese kulinarische Grandezza heißt Krieg.

Mir wurde erst spät klar, dass mein Horten von Lebensmitteln nicht meine Idee ist, sondern die Erfahrung mit Hunger, die meine Familie machte.

Ich habe den Mangel, den diese Menschen erlebten, inhaliert.

Auch wenn ich viel später geboren wurde.

Mit einer als Kind unterernährten Mutter.

Einem Großvater, der im Russlandfeldzug so viel Hunger erlitt, dass er selbst verschimmelte Lebensmittel nicht wegschmeißen konnte und ich sie heimlich entsorgen musste.

Mit einer Großmutter, die nicht wusste, was Diät bedeutete.

Was sollte ich dazu sagen, dass jemand 50 Packungen Mehl kaufen will, weil er Angst hat?

Gerade wird sehr viel darüber gesprochen, wie man sich verhalten sollte. Was richtig ist.

Und was nicht.

Doch womöglich sollten wir uns fragen, warum jemand überhaupt auf solch eine Idee kommt.

Vielleicht, weil er allein ist mit den Dingen, die da in ihm oder in ihr hochsteigen. Vielleicht ist das Mehl oder das Klopapier oder was auch immer der Pfosten, an dem er sich festhält.

Vielleicht hat er keine anderen Strategien, um sich zu beruhigen.

Oder glaubt nicht, dass „die da oben“ es schon richten werden.

Vielleicht, weil er schon erlebt hat, dass es eben nicht gerichtet wurde. Dass er es selbst richten musste. Und das tut er nun, so gut es eben geht.

Mit Mehl.

Oder mit Klopapier.

In einer echten Krise verdichten sich unsere Eigenschaften wie unter dem Brennglas.

Wir sind nicht plötzlich besonnen in einer Krise, wenn wir es vorher nicht waren.

So wie wir nicht urplötzlich rücksichtsvoll werden, wenn uns andere Menschen vorher am Allerwertesten vorbei gehen.

Wir sind, wie wir sind.

Nur intensiver.

Als Raucher hören wir nicht auf, nur weil wir Lungenkrebs haben. (Glauben Sie mir, ich habe selten mehr Raucher gesehen, als in einer Lungenklinik.)

Als Begründung sagen wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit: What the hell …

Und Sie kennen diesen Effekt.

Wenn nicht aus der Psychologie, so vom Kampf mit der halb-vollen Tüte Gummibären, Chips oder ähnlichem.

Der What the Hell Effekt ist die wahrscheinlich schlimmste Bedrohung, wenn wir uns etwas vorgenommen haben.

Er beschreibt den Kreislauf, wenn Sie über die Stränge schlagen, es dann bedauern, um Sekunden später damit fortzufahren.

Das Gehirn rechtfertigt dieses Verhalten, indem es sagt: Du hast dein Ziel schon verfehlt … also was soll’s, jetzt kannst du auch die ganze Tüte essen.

Der Ausdruck wurde tatsächlich von Diät-Forschern geprägt.

Der Effekt passt jedoch für jeden Rückschlag, den wir erleiden, wenn es um unsere Willenskraft geht.

Und das gilt auch für unser Verhalten im Angesicht einer Krise.

Doch es gibt einen einfachen Weg, diesen fürchterlichen Zyklus zu unterbrechen.

Er lautet: Selbstmitgefühl.

In einer Studie entdeckte man, dass es einen immensen Effekt darauf hat, ob man wieder zu seinen Zielen zurück findet, wenn man sich selbst verzeiht.

Was hat das mit Corona zu tun?

Niemand von uns verhält sich immer so, wie er es von sich selbst wünscht.

Oder erwartet.

Die meisten Menschen wollen sich richtig verhalten. Doch die Menge der Dinge, die in einer vollkommen neuartigen Situation auf uns einprasseln ist gewaltig.

Da ist es normal, nicht jederzeit perfekt zu reagieren.

Sind wir schlechte Menschen, weil wir traurig sind, dass unser Urlaub ausfällt?

Nein, natürlich nicht. Wir benötigen einfach einen Augenblick, uns an neue Gegebenheiten zu gewöhnen.

Sind wir böse, wenn wir Sorge um unseren Umsatz haben?

Keineswegs, denn Existenzangst ist ein „Biggie“. Wir brauchen eine kleine Weile, bis wir erkennen, dass wir uns einfach Neues einfallen lassen können.

Für unser Business.

Und für unser Leben.

Und dass es womöglich etwas gibt, wozu Mike sagen würde: Es hat alles einen tiefen Sinn.

 

Mal schauen, wie wir die selbst gewählte Quarantäne so verkraften …

 

Mike & ich haben uns zur Selbst-Quarantäne entschlossen.

Was bedeutet, wir haben unsere sozialen Aktivitäten auf Eis gelegt, den Business-Trip nach Deutschland abgesagt und unseren Griechenland Urlaub verschoben.

Bis auf einen wöchentlichen Einkauf, Mittwochs um 7 Uhr früh, werden wir weitgehend zu Hause verbringen.

Hier unsere neun Ideen wie wir uns diese Zeit versüßen.

#1 – Kochen

In unserem Fall zusammen kochen – und mein Favorit. Denn oft muss es unter der Woche schnell gehen und da bleibt keine Zeit, mal etwas auszuprobieren.

Kürzlich fand ich heraus, dass Mike doch Zitronengras mag. Nach 20 Jahren. Ich dachte, er hasst es, weshalb ich es nie gekauft habe …

Hier ein paar Anregungen aus unserer Küche:

  • Selbstgemachter Apfelstrudel mit Vanilleeis. Zugegeben, den Teig für den Strudel mache ich nicht selbst … aber die Füllung. Passt besonders zu Punkt #9 und ist mega-hyggelig.
  • Selbstgemachte Pizza. Ich mag sie vegan. Oder mit Rinderhackfleisch. Und sehr würzig …hier meine „Quelle“.
  • Spinattarte mit Ei und Schafskäse überbacken im Ofen.
  • Nudeln aus Zucchini. Anfangs habe ich das etwas belächelt. Bis Mike kurz vor Weihnachten nicht an einem Zoodle-Schneider vorbeigehen konnte. Im Internet gibt es tolle Rezepte, schau mal hier.

Und falls Sie jetzt denken, ich bin aber alleine, da macht es keinen Spaß. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber zusammen kochen und essen per Zoom, warum eigentlich nicht?

Besondere Umstände brauchen besondere Lösungen.

#2 – Spielen

Wir mögen Spiele wie „Kill Dr. Lucky“ oder „Ubongo“. Doch falls Sie alleine sind, nützt Ihnen das wenig. Aber warum nicht eine Runde virtuelles Mahjong spielen?

Oder mit einem Partner per Zoom Schach?

Oder Online-Schach?

#3 – Lesen

Wir alle haben wahrscheinlich die fünf bis 20 obligatorischen Bücher auf einem Stapel liegen, die wir uns immer mal wieder vorgenommen, aber bis jetzt noch nicht gelesen haben.

Wir haben sie auf den Tisch an der Wohnzimmercoach gelegt, um Abends darin zu schmökern.

Eins nach dem anderen.

#4 – Audible

Ich liebe Hörbücher. Wenn Sie Audible bis jetzt noch nicht kennen – testen Sie es.

Meine Favoriten sind die Bücher von Mel Robbins, definitiv von den Heath Brothers.

Sehr passend im Moment sein Titel: The Toilet Paper Entrepreneur 😉

#5 – Natur

Als Business-InhaberIn sind die Chancen hoch, dass Sie nicht regelmäßig in der Natur sind, geschweige denn, sich regelmäßig bewegen. Warum also nicht eine neue Gewohnheit einführen?

Jeden Tag 30 Minuten stramm spazieren gehen. Entweder gleich früh Morgens.

Nach dem Mittagessen. Oder Abends, um wieder „runter zu kommen“.

Natürlich ist das nicht ganz einfach oder sogar unmöglich, wenn Sie von einer Ausgangssperre betroffen sind. Das ist mir bewusst.

#6 – Online-Workout

Ihre Neujahrsvorsätze sind spätestens mit den Kreppeln vom Karneval verschwunden? Dann ist das die beste Gelegenheit, wieder on track zu kommen.

Auf Youtube gibt es mittlerweile so viele fantastische Videos. Für jedes Fitness-Level. Und für jeden Geschmack.

Hier meine aktuellen Favoriten:

Bailey Brown, hier ein Beispiel für Armtraining.

Rebecca Louise, hier ein Beispiel für Bauchtraining.

Die Crew vom Body Project, die auch eine coole Membership haben. Hier ein Beispiel für HIIT.

#7 – Hygge

Hygge ist ein dänisches Wort, das im Wesentlichen eine gemütliche und herzliche Atmosphäre beschreibt, in der man die guten Seiten des Lebens mit seinen Liebsten genießt.

Zu Hause.

Hygge hat seinen Ursprung im Norwegen des 16. Jahrhunderts, wo mit dem Wort hugga – jemanden trösten gemeint war.

Später wurde daraus das Wohlbefinden und gegen Ende des 18. Jahrhunderts tauchte es in der dänischen Schriftsprache auf. Seitdem ist es in der Kultur Dänemarks verankert und seit 2016 sogar eine der zehn Grundwerte, die die Dänen für sich festgelegt haben.

Laut Welt-Glücksreport zählt Dänemark zu den Ländern mit den glücklichsten Einwohnern – das Hygge-Lebensgefühl scheint zu funktionieren.

Und es ist nicht so schwer, etwas davon in sein Leben zu holen.

Hygge besteht aus all den Dingen, die unser Leben kuschelig, gemütlich und heimelig machen. Und unser Heim noch etwas ansprechender zu gestalten kann doch nie schaden, oder?

Mike & ich haben zu dem Zweck ein paar Dinge im schwedischen Möbelhaus bestellt – wo sonst.

(Hier in Zypern wird es einfach vor die Tür gestellt. In Deutschland können Sie das Paket auch von der Packstation holen).

Und unbedingt an Kerzen denken, viele Kerzen! Vielleicht ein paar neue Kissen und etwas Deko. Oder eine neue Lampe.

Sich in eine kuschelige Decke moppeln.

Kakau trinken.

Lesen.

#8 – Neues probieren

Gibt es etwas, dass schon lange auf Ihrer Wunschliste steht, dass Sie lernen möchten?

Ob Yoga oder Blogartikel schreiben … jetzt ist die Zeit dafür.

Setzen Sie sich ein Ziel. Und legen Sie fest, wann Sie loslegen und wie viel Zeit Sie pro Woche oder am Tag dafür zur Verfügung stellen.

Sonst wird es nämlich auch mit Corona nichts.

#9 – Stille

Ich habe lange gesagt, dass es nichts für mich ist. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ich so lange stillsitzen kann.

Dann versuchte ich es. Und stand erst nach über 30 Minuten wieder auf.

Meditation hilft mir, mein hyper-ständig-dauernd aktives Gehirn zu beruhigen. Und es besser zu kontrollieren.

Und es ist das beste Mittel gegen Angst.

Hier ein Tipp von Mike zu Meditation: Ein 28-Tage Programm von Sharon Salzberg. 

Zusammenfassung

Es ist normal, sich gerade etwas verloren zu fühlen. Denn Unsicherheit ist für unser Gehirn das Schlimmste. Doch wir können viel tun, um uns selbst zu unterstützen.

Tief atmen. Sich Zeit geben, um mit der neuen Lage zurecht zu kommen. Das geht nicht über Nacht. Danach können wir überlegen, welche Chancen die Situation bringt.

Für sich selbst Verständnis haben, auch wenn wir unsere eigenen Gedanken nicht immer perfekt finden.

Und sich den Raum geben etwas Neues zu finden, das womöglich großartig ist.

Passen Sie auf sich auf.

 

 

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Andrea Lekies

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