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Die nicht ganz einfache Antwort auf die Frage: Bin ich gut genug für mein Business?

von , veröffentlicht am 28. Oktober 2019

In einem Akquise Training sagte ich einmal, ich habe nur drei Menschen in fast 30 Jahren Verkauf getroffen, die keine Hemmungen hatten, zum Telefonhörer zu greifen und potentielle Kunden anzurufen.

Ich war keiner dieser Menschen.

Keine Sorge – Sie haben sich nicht in der Webseite geirrt. Es geht hier tatsächlich um Businessaufbau & Verkauf.

Doch ähnliche Ängste sind immer mal wieder ein Thema in unserer Unternehmer-Community.

Bin ich gut genug für mein Business?

Ich habe lange über diese Frage nachgedacht. Immer wenn ich eine Antwort formulierte, fand ich sie nicht genug auf den Punkt.

Was eine Ironie in sich ist.

Weshalb ich die Frage für einige Zeit an die Seite schob. Bis es mir dämmerte … sie ist so komplex, dass es darauf keine einfache Antwort gibt.

Es gibt zwei Seiten, die wir uns anschauen müssen.

Seite # 1 ist die „Außenwirkung“ oder was Sie von einem Business von außen sehen

Es gibt eine Menge Texter, Ernährungs- oder Kommunikationscoaches, Webdesigner, Telefonakquise-Dienstleister, Positionierungsexperten und so weiter.

Einige sind sehr gut. Andere nicht.

Und wie so oft im Leben, zählen sich diejenigen zu den „Guten“, die eher schlecht sind. Und diejenigen halten sich für schlecht, die wirklich gut sind.

Die eigentliche Herausforderung für Menschen, die sich diese Fragen stellen, ist die Tatsache, dass sie eine falsche Vorstellung davon haben, was gut oder schlecht ist.

Gut bedeutet in dem Fall genau … Was?

  • x Jahre im Business und eine schicke Webseite?
  • 5000 + Newsletter-Subscriber und Tausende Facebook Follower?
  • Sind es treue Kunden, die immer wieder kaufen und Sie empfehlen?
  • Die Anzahl der Likes auf einen Artikel oder die Zeit, die er gelesen wird?
  • Sind es die Menge der Menschen, die nach einem Gratis-Webinar kaufen?
  • Oder ist es die Zufriedenheit dieser Kunden?

Wir könnten an dieser Stelle noch munter einige Stunden solche Faktoren aufzählen. Und alle hätten eines gemeinsam:

Für sich allein genommen spiegelt kein Faktor Erfolg wider.

Für sich allein zeigt keine Zahl, ob ein Business – oder sein Inhaber – gut genug, also erfolgreich ist. (Denn das ist es letztlich, was wir mit „gut genug“ verbinden, stimmt´s?)

Die Zahlen, die Sie als Beweis für Erfolg hernehmen, werden von Ihnen interpretiert.

Eine große Liste = Erfolg.

Viele Follower = Erfolg.

Viel „Buzz“ = Erfolg.

Wird mein Punkt deutlich?

Vanity-Numbers oder warum ein Teil im Business nie das Ganze zeigt

Vanity-Numbers sind Zahlen, die nach außen hin respektierlich klingen. Sehr respektierlich. Die jedoch über die wirkliche Substanz eines Business nichts sagen.

Hier drei Beispiele:

Beispiel Nummer 1:

Vor einigen Jahren hat sich auf eine Stellenanzeige von uns für die Stelle einer VA (Virtual Assistent) eine junge Frau gemeldet, die einen eigenen Food-Blog betrieb. Mit angeschlossenem Shop. Sie musste jedoch wieder als VA arbeiten, weil sie nicht genug Geld verdiente.

Sie hatte knapp 16.000 Facebook-Fans.

Kaum jemand würde denken, dass es für sie nicht möglich ist, ihr Angebot angesichts dieser Menge an Fans zu monetarisieren.

Beispiel Nummer 2:

Eine unserer Mitbewerberinnen, die seit Jahren praktisch jeden unserer Inhalte „borgt“, hatte mehrere gute Bewertungen erhalten. Und wir waren erstaunt. Vorsichtig formuliert.

Bis einige ihrer ehemaligen Kunden zu uns kamen. Viele von ihnen verzweifelt, weil keine der gezeigten „Akquise-Strategien“ auch nur im mindesten gefruchtet hatte.

Kaum jemand würde denken, dass man ein Business auf „geborgtem“ Content aufbauen kann.

Beispiel Nummer 3:

Vor einiger Zeit teilte jemand auf Xing einen Artikel von mir. Und die Anzahl der Likes schoss in für unsere Verhältnisse schwindelnde Höhen. Bei 160 hörte ich auf, zu zählen.

Bis ich mir die Zahlen für diesen Artikel ansah. Niemand hatte sich auf unseren Newsletter angemeldet, was normalerweise der Fall ist, wenn wir Artikel teilen.

Zahlen wie Verweildauer und Absprungrate waren nicht zufriedenstellend. Was mit kaltem Traffic zu tun hat und mit der Tatsache, dass Content nicht gleich Content ist – selbst wenn er gut ist. Doch Fakt ist:

Kaum jemand würde denken, dass viele Likes nicht automatisch gut sind …

Wir neigen im Business dazu, Zahlen eine bestimmte Bedeutung zu geben. Diese Bedeutung kann stimmen. Sie muss es aber nicht.

 

Gehen Sie davon aus, dass jemand anderer erfolgreich ist, weil er oder sie den Eindruck erweckt – denken Sie an einen Eisberg. Was wirklich ist, befindet sich niemals nur an der Oberfläche.

 

Damit komme ich zur Seite Nummer zwei.

Seite # 2 ist die fachliche Kompetenz

An dieser Stelle wird es trickreich. Sie erinnern sich an die Texter, Webdesigner, Telefonakquise Experten … ?

Manche von ihnen sind jahrelang im Business. Andere erst kurze Zeit. Heißt das, diejenigen, die sehr lange im Business sind, sind automatisch besser, als diejenigen, die es nicht sind?

Jein. Denn die Beurteilung von gut oder schlecht hängt von mehreren Faktoren ab.

Die wichtigsten Faktoren für fachliche Kompetenz

Vorbildung

Hier geht es um die Dinge, die jemand beherrscht, bevor er sein Business startet. Muss man sich das gesamte Wissen erst aneignen, wird man erst mit der Zeit besser.

Zielkunden

Stellen Sie sich vor, Sie sind Webdesigner und Ihre Zielkunden 5* Hotels. Dann sind die Anforderungen andere, als wenn Sie Frauen 60+ dabei unterstützen, ein Side-Business aufzubauen, das lokal Kunden gewinnt.

Was der eine als großartig empfindet, ist für den anderen nicht unbedingt der Fall. Denn die Anforderungen sind andere. (Weshalb die Auswahl der Zielkunden eine so wichtige Rolle spielt.)

Zeit

Sind Sie schon lange im Business, werden andere Erwartungen an Sie gestellt. Das betrifft die Kommunikation mit Kunden, Außenauftritt, Positionierung. Und vieles mehr.

Mit weniger Erfahrung haben Sie mehr „Narrenfreiheit“.

Merke: Die Bezeichnung „gut“ existiert nicht in einem Vakuum. Es gibt kein absolutes „gut“. Gut ist in erster Linie das, was für unsere Kunden gut ist.

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Gut genug sein und was es mit Texten, Webdesign und Ihrem Business zu tun hat

Zurück zu unserer Ausgangsfrage.

Ob Sie gut genug sind, damit Ihr Business funktioniert, sind zwei unterschiedliche Dinge. Sie stehen zwar in einem gewissen Zusammenhang – aber nicht so einseitig, wie es auf den ersten Blick scheint.

So wie physische Attraktivität nicht automatisch bedeutet, dass jemand ein guter Mensch ist.

Etwas Ähnliches gilt für die Frage, ob Sie gut genug sind und es mit Ihrem Business schaffen.

Es impliziert, dass wenn Sie „es“ nicht schaffen, Sie nicht gut genug waren. Doch „gut“ ist relativ. Was Sie gut finden, findet ein anderer vielleicht schlecht. Und bei wie vielen Angeboten haben Sie sich schon gefragt, wie ein solcher Unsinn auf dieser Welt existieren kann?

Die Gefahr bei dieser Schlussfolgerung ist, dass Sie einer Vorstellung von „gut“ hinterherlaufen, die so niemals eintreten kann.

Das klingt theoretisch wunderbar. Aber was heißt das jetzt konkret?

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein gutes Angebot, eine passable Webseite, eine vernünftige Idee von den Menschen, die brauchen, was Sie anbieten.

Sie starten Ihr Business und stellen fest … niemand wartet auf Sie und es ist nicht leicht, Kunden zu gewinnen. Sie schauen nach rechts und nach links, sehen besagte Zahlen – und die Menschen dahinter.

Und Sie fragen sich, was Sie falsch machen.

Dann kommt vielleicht ein Sommerloch. Sie zweifeln noch mehr und schauen wieder auf die Menschen rechts und links neben Ihnen.

Was ist der Unterschied zu Ihnen, fragen Sie sich?

Die Antwort, wenn Sie sie hören mögen … Es gibt keinen. Diese Menschen sind wie Sie irgendwann gestartet. Womöglich hatten sie eine bessere Ausgangsposition, vielleicht eine schlechtere.

Das spielt keine Rolle.

Der einzige Unterschied zwischen Ihnen und diesen Menschen ist, dass Sie an einer anderen Stelle auf Ihrer Business-Reise sind. Was Ihnen dabei hilft, an ihre Stelle zu kommen, ist das Wissen, dass Sie sich nicht mit ihnen vergleichen dürfen.

Was können Sie tun?

Das Phänomen, dass Sie (und jeden ernsthaften Unternehmer irgendwann einmal) befällt ist das Impostor Syndrom. Es kann eine Krake sein, die Ihr Selbstbewusstsein in Minuten zermalmt.

Aber es ist zu bewältigen. Trainieren Sie sich darauf, Gedanken von „nicht-gut-genug“ zu bemerken. Und wann immer Sie einen solchen Gedanken haben, fragen Sie sich:

Will ich das überhaupt erreichen? Und falls ja: Wie mache ich es möglich?

Wenn Sie das tun, passieren zwei Dinge:

  • Sie entziehen Ihrem Gehirn die Nahrung, die das Gefühl von Minderwertigkeit schürt, wie Sauerstoff das Feuer. Fragen haben das so an sich.
  • Sie trainieren Ihr Gehirn darauf, die Muster zu erkennen, die ein erfolgreiches Business mit sich bringt. Irgendwann sehen Sie Gemeinsamkeiten.

Sie erkennen, dass die Verkaufsseiten einem bestimmten Schema folgen. Was der eine tut – und der andere, weniger erfolgreiche, nicht, offenbart sich. Sie realisieren, was Kunden dort mögen, weil Sie es mögen. Und was Kunden abschreckt.

Und Sie lernen, all diese Dinge in Ihrem Business anzuwenden.

Das haben erfolgreiche Unternehmer gemeinsam. Sie lernen, setzen um, verbessern und starten von vorne.

Gut ist jemand, der versucht, die Erfahrungen, die er gemacht hat dazu zu nutzen, etwas mit eigenen Händen (und dem Kopf …) zu kreieren. Der immer wieder bestrebt ist, sein Wissen zu vermehren und das nächste Level von Expertise zu erreichen.

Die große Kunst ist, sich selbst immer wieder zu hinterfragen, ohne sich dabei komplett selbst in Frage zu stellen.

 

 

Und was können Sie jetzt tun?

Schauen Sie sich unsere Ressourcen für Solo-Unternehmer an.

Den Artikel: Wie Sie die persönliche Freiheit als Unternehmer wirklich erlangen

Andrea Lekies

Hallo, ich bin Andrea und habe Passion & Profit 2012 ins Leben gerufen. Ich bin der Nerd, der lieber über Verkaufen & Businessaufbau schreibt, als shoppen zu gehen. Aber die meiste Zeit treffen Sie mich in unserer Unternehmer-Community Powerhouse... Folgen Sie uns auf Pinterest

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